Weltkulturerbe Schokland

Zeitloses Mysterium

Geschichte

Geschichte

Schokland lag einst inmitten der stürmischen Zuiderzee, in der auch große Teile dieser Insel überfluteten und verschwanden. Trotz der ständigen Bedrohung durch das Wasser und der Armut wohnten Menschen auf der Insel: Von urgeschichtlichen Zeiten über das Mittelalter bis in unsere Zeit.

Die Bewohner hinterließen Spuren, die man heute vor allem noch im Boden von Schokland findet. Und diese Spuren sind so alt - teilweise tausende Jahre - dass sie inzwischen archäologische Bodenschätze genannt werden. Archäologie ist die Wissenschaft, die übrig gebliebene Reste und Spuren alter Kulturen untersucht. Dies ermöglicht uns, zu begreifen, wie Menschen in der Vergangenheit lebten.

Die Schätze im Boden

Die ‘Bodenschätze‘ auf Schokland sind glücklicherweise gut erhalten geblieben. Der Boden ist noch stets voll Spuren von Jägern und Sammlern, die an der Küste wohnten. Bis ungefähr 1450 war Schokland übrigens keine Insel, sondern ein sumpfiges Moorgebiet, hier und dort mit ein paar trockenen Hügeln. Man vermutet, dass das ganze Gebiet rund um Schokland bereits vor dem 14. Jahrhundert zur Landwirtschaft vorbereitet worden war. Als das Wasser dann große Teile dieses Moorgebietes überflutete, entstand eine Halbinsel. Schokland wurde erst dann eine echte Insel, als sich die Zuiderzee noch ein weiteres Stück Land geholt hatte.

Die Bewohner

Auf Schokland wohnten vor 12.000 Jahren bereits Menschen. Damals als Jäger, Sammler und Fischer. Später im Mittelalter (500 bis 1500 n. Chr.) waren es vor allem Bauern, die hier ihr Vieh hielten und Weizen anbauten. Ab dem 12. Jahrhundert wohnten die Menschen auf Wohnhügeln, die sie selbst errichtet hatten: Zuidpunt, Zuidert, Middelbuurt und Emmeloord. Bei Hochwasser und Sturmfluten boten diese Hügel die einzigen Orte der Insel, an denen man sicher war. Im 17. Jahrhundert ging die Landwirtschaft zurück, als sich die See weitere Landstücke holte. In der Zeit wurden der Handel, die Schifffahrt und vor allem die Fischerei stets wichtiger.

Eine Insel auf dem Trockenen

Im Jahr 1859 verloren die damaligen Bewohner endgültig den Kampf gegen das Wasser. Die Regierung beschloss daraufhin, dass sie die Insel verlassen mussten. Nicht nur wegen der bleibend konstanten Gefahr der Überflutungen, sondern auch wegen der Armut. Die circa 635 'Schokker' zogen um auf das Festland. Schokland selbst blieb, wurde jedoch 1942 im Zuge der Einpolderung des Nordostpolders eine Insel auf dem Trockenen.

Weltkulturerbe Schokland

Und so entstand ein einzigartiger Ort: Das Weltkulturerbe Schokland. Ein archäologisches Denkmal im Polder, mit Spuren menschlicher Siedlungen, die bis zu 10.000 Jahr zurück datieren.